Apg Apostelgeschichte, Kapitel Die Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 2
Das Eintreffen des Heiligen Geistes
Als der Pfingsttag anbrach, waren alle wieder beieinander. 3Mo 23:16; 5Mo 16:9Plötzlich setzte vom Himmel her ein Brausen ein. Es klang wie das Tosen eines heftigen Sturms und erfüllte das ganze Haus, in dem sie zusammensaßen. Mt 3:11; Apg 1:5; Apg 11:15; Apg 19:6Sie sahen etwas, das wie Feuerzungen aussah, sich zerteilte und sich auf jeden Einzelnen von ihnen setzte. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und fingen auf einmal an, in fremden Sprachen zu reden, so wie es ihnen der Geist eingab.Mk 16:17; 1Kor 12:10; 1Kor 12:28
Zu dieser Zeit hielten sich gottesfürchtige jüdische Männer aus aller Welt in Jerusalem auf. Als dann dieses Geräusch entstand, lief die Menge zusammen. Fassungslos hörte jeder Einzelne sie in seiner eigenen Sprache reden. Außer sich vor Staunen riefen sie: "Sind denn das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wie kann es sein, dass wir sie in unserer Muttersprache hören? Wir sind hier Parther, Meder und Elamiter. Wir kommen aus Mesopotamien, aus Judäa, Kappadozien, Pontus und aus der Asia, aus Phrygien, Pamphylien, Ägypten und aus der Gegend um Zyrene in Libyen. Dazu kommen noch die hier ansässigen Römer, egal ob gebürtige Juden oder zum Judentum Übergetretene. Selbst Kreter und Araber sind hier. Wie kann es nur sein, dass wir sie in unseren eigenen Sprachen von den großen Taten Gottes reden hören?" Sie waren bestürzt. "Was ist das nur?", fragte einer den anderen ratlos und erstaunt. Einige allerdings sagten spöttisch: "Die haben nur zu viel vom süßen Wein getrunken."
Die Pfingstpredigt des Petrus
Da trat Petrus mit den anderen elf Aposteln vor die Menge und rief mit Begeisterung: "Ihr Männer von Juda und ihr alle in Jerusalem! Ich will euch erklären, was hier geschieht! Hört mir zu! Diese Männer hier sind nicht betrunken, wie ihr denkt, es ist ja noch früh am Vormittag.2,15: Wörtlich: die dritte Stunde des Tages, das heißt etwa zwischen 8 und 9 Uhr. Nein, es ist das, was Gott durch den Propheten Joël gesagt hat:2,16: Joel 3,1-5.
'In den letzten Tagen werde ich meinen Geist auf alle Menschen ausgießen, spricht Gott. Eure Söhne und Töchter werden prophetisch reden, eure jungen Männer werden Visionen sehen und eure Ältesten Traumgesichte haben. Jes 44:3; Sach 12:10; Joh 7:39; Apg 11:28; Apg 16:9; Apg 21:9Sogar auf die Sklaven2,18: Ein Sklave (griech. doulos) ist ein Mensch, der rechtlich und wirtschaftlich als Eigentum eines anderen Menschen völlig von diesem abhängt. Die Apostel verstehen diese Abhängigkeit als Auszeichnung und bezeichnen sich selbst als Sklaven von Jesus Christus. und Sklavinnen, die mir gehören, werde ich dann meinen Geist ausgießen, und auch sie werden prophetisch reden. Oben am Himmel werde ich Wunder tun und Zeichen unten auf der Erde: Blut, Feuer und Rauchwolken; die Sonne wird sich in Finsternis verwandeln und der Mond in Blut, bevor der große und strahlende Tag des Herrn kommt. Aber jeder, der den Namen des Herrn anruft, wird gerettet.'2,21: Den Namen Gottes, der bei Joël Jahwe lautet, bezieht Petrus hier eindeutig auf den Herrn Jesus Christus (vergleiche die nachfolgenden Verse und das Zitat aus Psalm 16). Paulus tut das ebenso in Römer 10,13.Joel 3:1; Röm 10:13
Männer von Israel, hört zu! Ihr wisst selbst, dass Gott durch Jesus von Nazaret mächtige Taten, Wunder und Zeichen unter euch vollbracht hat. Auf diese Weise hat Gott ihn vor euch bestätigt. Und diesen Mann habt ihr durch Menschen, die nichts vom Gesetz wissen, ans Kreuz nageln und töten lassen. Allerdings war es so von Gott beschlossen und vorherbestimmt. Und dann hat Gott ihn auferweckt, und den Todeswehen ein Ende gemacht, weil der Tod nicht imstande war, ihn unter sich zu behalten. Joh 10:18; Apg 3:15; Apg 4:10Schon David sagte ja von ihm: 'Ich sehe den Herrn immer vor mir. Er steht mir zur Seite, damit ich nicht falle. Das macht mein Herz froh und lässt mich jubelnd singen. Selbst im Grab wird mein Leib noch in Hoffnung ruhen, denn du lässt mich nicht im Tod zurück, überlässt deinen Frommen nicht der Verwesung. Du hast mir den Weg zum Leben gezeigt. Vor dir zu sein, das macht mich froh.'2,28: Psalm 16,8-11.Ps 16:8
Meine Brüder, es sei mir gestattet, ganz offen zu reden. Unser Stammvater David ist gestorben und wurde begraben. Sein Grabmal ist heute noch bei uns zu sehen. 1Kön 2:10; Apg 13:36Weil David nun ein Prophet war und wusste, dass Gott ihm unter Eid zugesichert hatte, einen seiner Nachkommen auf seinen Thron zu setzen, 2Sam 7:12; Ps 132:11; 2Sam 7:19; 2Sam 23:2; Lk 1:69hat er vorausschauend von der Auferstehung des Messias geredet. Von ihm sagte er: 'Er wurde nicht im Tod zurückgelassen, die Verwesung griff seinen Körper nicht an.'2,31: Psalm 16,10. Ps 16:10; Apg 13:37Diesen Jesus hat Gott auferweckt. Wir alle sind Zeugen davon. Joh 15:27; Apg 3:15Nun hat Gott ihn auf den Platz an seiner rechten Seite erhöht. Dort hat er die vom Vater versprochene Gabe des Heiligen Geistes erhalten und ihn jetzt über uns ausgegossen – wie ihr hier sehen und hören könnt. Joh 14:16Denn David ist nicht in den Himmel aufgestiegen. Er hat ja selbst gesagt: 'Der Herr sprach zu meinem Herrn: "Setz dich an meine rechte Seite, Mt 22:44bis ich deine Feinde zur Fußbank für dich mache."'2,35: Psalm 110,1. Ps 110:1Ganz Israel soll nun mit Sicherheit wissen: Diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, den hat Gott zum Herrn und zum Messias gemacht."Mt 28:18
Die Entstehung der ersten Gemeinde
Von diesen Worten waren die Zuhörer bis ins Innerste getroffen. "Ihr Brüder, was sollen wir jetzt tun?", fragten sie Petrus und die anderen Apostel. "Ändert eure Einstellung", erwiderte Petrus, "und lasst euch auf die Vergebung eurer Sünden hin im Namen von Jesus, dem Messias, taufen! Dann werdet ihr als Gabe ‹Gottes› den Heiligen Geist bekommen. Denn diese Zusage gilt euch und euren Kindern und allen, die jetzt noch weit weg sind. Sie gilt allen, die der Herr, unser Gott, noch hinzurufen wird." Jer 31:34; Apg 3:25Er redete ihnen lange eindringlich zu und ermahnte sie: "Lasst euch aus dieser schuldbeladenen Generation herausretten!" Alle nun, die seine Botschaft bereitwillig annahmen, wurden getauft. Etwa 3,000 Personen kamen an jenem Tag dazu. Sie hielten beharrlich an der Lehre der Apostel fest, an der geschwisterlichen Gemeinschaft, am Brechen des Brotes2,42: Brechen des Brotes. Sie taten das, was Jesus seinen Jüngern beim letzten Abendmahl befohlen hatte, siehe Lukas 22,14-20. und an den gemeinsamen Gebeten. Jeden Einzelnen ergriff eine tiefe Ehrfurcht vor Gott, und durch die Apostel geschahen viele Wunder und außergewöhnliche Zeichen. Alle Gläubiggewordenen aber bildeten eine Gemeinschaft und hatten alles gemeinsam. Apg 4:32Wer ein Grundstück oder anderen Besitz hatte, verkaufte es und verteilte den Erlös an die Bedürftigen. Tag für Tag waren sie einmütig im Tempel zusammen, trafen sich in ihren Häusern zum Brechen des Brotes2,46: Siehe Fußnote zu Vers 42! und zu gemeinsamen Mahlzeiten. Alles geschah mit großer Freude und aufrichtiger Herzlichkeit. Lk 24:53; Apg 20:11Sie lobten Gott und waren im ganzen Volk angesehen. Täglich fügte der Herr solche, die gerettet wurden,2,47: gerettet wurden. Oder: gerettet werden würden. ‹ihrer Gemeinschaft› hinzu.Apg 5:14; Apg 11:21