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Elberfelder (unrevidiert 1905)
39:1
ELO Weißt du die Gebärzeit der Steinböcke? Beobachtest du das Kreißen der Hindinnen?
39:2
ELO Zählst du die Monde, die sie erfüllen, und weißt du die Zeit ihres Gebärens?
39:3
ELO Sie krümmen sich, lassen ihre Jungen durchbrechen, entledigen sich ihrer Wehen.
39:4
ELO Ihre Kinder werden stark, wachsen auf im Freien; sie gehen aus und kehren nicht zu ihnen zurück.
39:5
ELO Wer hat den Wildesel frei entsandt, und wer gelöst die Bande des Wildlings,
39:6
ELO zu dessen Hause ich die Steppe gemacht, und zu seinen Wohnungen das Salzland?
39:7
ELO Er lacht des Getümmels der Stadt, das Geschrei des Treibers hört er nicht.
39:8
ELO Was er auf den Bergen erspäht, ist seine Weide, und allem Grünen spürt er nach.
39:9
ELO Wird der Wildochs dir dienen wollen, oder wird er an deiner Krippe übernachten?
39:10
ELO Wirst du den Wildochs mit seinem Seile an die Furche binden, oder wird er hinter dir her die Talgründe eggen?
39:11
ELO Wirst du ihm trauen, weil seine Kraft groß ist, und ihm deine Arbeit überlassen?
39:12
ELO Wirst du auf ihn dich verlassen, daß er deine Saat heimbringe, und daß er das Getreide deiner Tenne einscheuere?
39:13
ELO Fröhlich schwingt sich der Flügel der Straußin: ist es des Storches Fittich und Gefieder?
39:14
ELO Denn sie überläßt ihre Eier der Erde und erwärmt sie auf dem Staube;
39:15
ELO und sie vergißt, daß ein Fuß sie zerdrücken und das Getier des Feldes sie zertreten kann.
39:16
ELO Sie behandelt ihre Kinder hart, als gehörten sie ihr nicht; ihre Mühe ist umsonst, es kümmert sie nicht.
39:17
ELO Denn Gott ließ sie der Weisheit vergessen, und keinen Verstand teilte er ihr zu.
39:18
ELO Zur Zeit, wenn sie sich in die Höhe peitscht, lacht sie des Rosses und seines Reiters.
39:19
ELO Gibst du dem Rosse Stärke, bekleidest du seinen Hals mit der wallenden Mähne?
39:20
ELO Machst du es aufspringen gleich der Heuschrecke? Sein prächtiges Schnauben ist Schrecken.
39:21
ELO Es scharrt in der Ebene und freut sich der Kraft, zieht aus, den Waffen entgegen.
39:22
ELO Es lacht der Furcht und erschrickt nicht, und kehrt vor dem Schwerte nicht um.
39:23
ELO Auf ihm klirrt der Köcher, der blitzende Speer und Wurfspieß.
39:24
ELO Mit Ungestüm und Zorn schlürft es den Boden, und läßt sich nicht halten, wenn die Posaune ertönt.
39:25
ELO Beim Schall der Posaune ruft es: Hui! und aus der Ferne wittert es die Schlacht, den Donnerruf der Heerführer und das Feldgeschrei.
39:26
ELO Schwingt sich der Habicht durch deinen Verstand empor, breitet seine Flügel aus gegen Süden?
39:27
ELO Oder erhebt sich auf deinen Befehl der Adler, und baut in der Höhe sein Nest?
39:28
ELO In den Felsen wohnt und verweilt er, auf Felsenzacken und den Spitzen der Berge.
39:29
ELO Von dort aus erspäht er Nahrung, in die Ferne blicken seine Augen.
39:30
ELO Und seine Jungen schlürfen Blut, und wo Erschlagene sind, da ist er.