Hiob 39 in verschiedenen Übersetzungen
Elberfelder (unrevidiert 1905)
39:1
ELO
Weißt du die Gebärzeit der Steinböcke? Beobachtest du das Kreißen der Hindinnen?
39:2
ELO
Zählst du die Monde, die sie erfüllen, und weißt du die Zeit ihres Gebärens?
39:3
ELO
Sie krümmen sich, lassen ihre Jungen durchbrechen, entledigen sich ihrer Wehen.
39:4
ELO
Ihre Kinder werden stark, wachsen auf im Freien; sie gehen aus und kehren nicht zu ihnen zurück.
39:5
ELO
Wer hat den Wildesel frei entsandt, und wer gelöst die Bande des Wildlings,
39:6
ELO
zu dessen Hause ich die Steppe gemacht, und zu seinen Wohnungen das Salzland?
39:7
ELO
Er lacht des Getümmels der Stadt, das Geschrei des Treibers hört er nicht.
39:8
ELO
Was er auf den Bergen erspäht, ist seine Weide, und allem Grünen spürt er nach.
39:9
ELO
Wird der Wildochs dir dienen wollen, oder wird er an deiner Krippe übernachten?
39:10
ELO
Wirst du den Wildochs mit seinem Seile an die Furche binden, oder wird er hinter dir her die Talgründe eggen?
39:11
ELO
Wirst du ihm trauen, weil seine Kraft groß ist, und ihm deine Arbeit überlassen?
39:12
ELO
Wirst du auf ihn dich verlassen, daß er deine Saat heimbringe, und daß er das Getreide deiner Tenne einscheuere?
39:13
ELO
Fröhlich schwingt sich der Flügel der Straußin: ist es des Storches Fittich und Gefieder?
39:14
ELO
Denn sie überläßt ihre Eier der Erde und erwärmt sie auf dem Staube;
39:15
ELO
und sie vergißt, daß ein Fuß sie zerdrücken und das Getier des Feldes sie zertreten kann.
39:16
ELO
Sie behandelt ihre Kinder hart, als gehörten sie ihr nicht; ihre Mühe ist umsonst, es kümmert sie nicht.
39:17
ELO
Denn Gott ließ sie der Weisheit vergessen, und keinen Verstand teilte er ihr zu.
39:18
ELO
Zur Zeit, wenn sie sich in die Höhe peitscht, lacht sie des Rosses und seines Reiters.
39:19
ELO
Gibst du dem Rosse Stärke, bekleidest du seinen Hals mit der wallenden Mähne?
39:20
ELO
Machst du es aufspringen gleich der Heuschrecke? Sein prächtiges Schnauben ist Schrecken.
39:21
ELO
Es scharrt in der Ebene und freut sich der Kraft, zieht aus, den Waffen entgegen.
39:22
ELO
Es lacht der Furcht und erschrickt nicht, und kehrt vor dem Schwerte nicht um.
39:23
ELO
Auf ihm klirrt der Köcher, der blitzende Speer und Wurfspieß.
39:24
ELO
Mit Ungestüm und Zorn schlürft es den Boden, und läßt sich nicht halten, wenn die Posaune ertönt.
39:25
ELO
Beim Schall der Posaune ruft es: Hui! und aus der Ferne wittert es die Schlacht, den Donnerruf der Heerführer und das Feldgeschrei.
39:26
ELO
Schwingt sich der Habicht durch deinen Verstand empor, breitet seine Flügel aus gegen Süden?
39:27
ELO
Oder erhebt sich auf deinen Befehl der Adler, und baut in der Höhe sein Nest?
39:28
ELO
In den Felsen wohnt und verweilt er, auf Felsenzacken und den Spitzen der Berge.
39:29
ELO
Von dort aus erspäht er Nahrung, in die Ferne blicken seine Augen.
39:30
ELO
Und seine Jungen schlürfen Blut, und wo Erschlagene sind, da ist er.